Kaddisch für einen Freund

Kaddisch für einen Freund

Nach dem Ausleihen steht der Film 48 Stunden lang zum Ansehen bereit.

Sprache DE
Untertitel DE, EN, FR, ES, PT, IT, ZH, RU, CA
Genre Drama
Land Deutschland
Jahr 2011
Regie Leo Khasin
Mit Neil Belakhdar, Ryszard Ronczewski, Neil Malik Abdullah, Sanam Afrashteh, Kida Khodr Ramadan
Produktion SiMa Film (München)
Länge 94 Minuten

Ali ist neu im Kreuzberger Kiez. Als Flüchtling aus dem Libanon steht seine Duldung in Deutschland auf der Kippe. Die harten Jungs aus der Gegend geben ihm eine Mutprobe auf: in die Wohnung eines alten Nachbarn einzubrechen, einem russisch-jüdischen Emigranten. Danach muss Ali bei dem alten Mann Wiedergutmachung leisten, um die Abschiebung zu verhindern. Berührende Geschichte einer ungleichen Freundschaft.

Aufgewachsen in einem palästinensischen Flüchtlingslager hat der 14-jährige Ali Messalam von klein auf gelernt, „die Juden“ zu hassen. Nach der gemeinsamen Flucht mit seiner Familie aus dem Libanon lebt er bereits seit vier Jahren in Berlin Kreuzberg. Die Duldung steht zwar noch auf wackeligen Beinen, dennoch darf die Familie vorerst das Asylheim verlassen und eine eigene Wohnung am Mehringplatz beziehen. Hier sucht Ali Anschluss bei den arabischen Jugendlichen im Kiez. Doch dafür muss er erst einmal beweisen, was er drauf hat. Als Mutprobe soll er in die Wohnung seines jüdisch-russischen Nachbarn Alexander einbrechen. Die gewaltbereiten Jugendlichen folgen Ali und verwüsten die Wohnung des alten Mannes. Doch nur Ali wird von dem vorzeitig zurückkehrenden Alexander erkannt und bei der Polizei angezeigt. Ali droht nun ein Strafverfahren und der Familie die Abschiebung aus Deutschland. Die besorgte Mutter schafft es, bei Alexander ein gutes Wort für ihren Sohn einzulegen: Unter der Bedingung, dass Ali ihm bei der Renovierung seiner Wohnung hilft, will Alexander die Anzeige zurückziehen. Widerspenstig willigt der Junge ein und muss von nun an seine Freizeit „beim Feind“ verbringen. Anfänglich gehen die beiden Migranten unterschiedlicher Generationen und Kulturkreise noch feindselig miteinander um. Doch nach und nach bricht das Eis und die beiden entwickeln Respekt und schließlich sogar Zuneigung füreinander. Als Alexander nach der Renovierung der Wohnung sein Versprechen einhalten und die Anzeige gegen Ali zurückziehen will, erweist sich dies jedoch als schwieriger als erwartet – die vorsichtige Freundschaft der beiden wird auf eine harte Probe gestellt.

Drehbuchautor und Regisseur Leo Khasin erzählt in seinem Spielfilmdebüt vom Konflikt zwischen Arabern und Juden, der sich hier auf zwei Etagen eines Berliner Mietshauses abspielt. In einem Interview verriet Khasin, selbst jüdisch, dass in einer ersten Vision, die er von seinem künftigen Film im Kopf hatte, ein arabischer Junge das Kaddisch sprechen würde. Das Kaddisch, eines der wichtigsten Gebete des Judentums, ist eine Erinnerung an fortgegangene Seelen und wird auf Beerdigungen vom nächsten männlichen Angehörigen des Verstorbenen vorgetragen. Am Ende des Films spricht Ali nun das Kaddisch für seinen toten Freund Alexander. Khasin hat übrigens einige Jahre als Zahnarzt am Berliner Mehringplatz, dem Schauplatz des Films, gearbeitet.

Bild © SiMa-Film

Nach dem Ausleihen steht der Film 48 Stunden lang zum Ansehen bereit.